Hier geht’s zu den weiterführenden Texten aus „Oststeinbek Aktuell“ (Oktober-Ausgabe)

1. Klimaschutz gegen „Parkplatzdenken„
2. Testlauf für digitale Gremiensitzung
3. Hitzeschutz wird Programm
4. Das Marktfest – ein großer Erfolg
5. Vorsorge für den Fall der Fälle

Klimaschutz gegen Parkplatzdenken

Kontroverse Diskussionen mit wichtigen Weichenstellungen gab es im Umweltschutz. In zwei Tagesordnungspunkten taten sich OWG und CDU sichtlich schwer, politische Entscheidungen für den Umwelt- und Klimaschutz und gegen Partikularinteressen zu treffen. Zunächst stand die Neuaufstellung des Landschaftsplans zur Abstimmung – ein Entwurf, der seit 2019 aufgrund von Kritik der Unteren Naturschutzbehörde wiederholt korrigiert und in den Ausschüssen erneut beraten wurde. Auch wenn wir uns deutlich mehr Klima – und Umweltschutz gewünscht hätten, setzten wir uns zusammen mit der SPD dafür ein, dass dieser Entwurf nicht noch weiter entkernt wird und verabschiedet werden konnte. OWG und CDU waren zunächst sichtlich beeindruckt vom Versuch von Interessensgruppen im Ortsbeirat, die auch diesen Minimalkonsens torpedieren wollten. Schlussendlich stimmten sie der Verabschiedung aber mit Auflagen zu.

Auch der nächste Tagesordnungspunkt hatte es in sich. Diesmal waren öffentliche Parkplätze betroffen. Es ging um Neupflanzungen von Bäumen in der Albert-Ihle-Straße, Meienhoop und der Kampstraße. Das zur Abstimmung stehende Straßenbaumkonzept hätte eine 80% Förderung durch die KfW beinhaltet, in Höhe von 326.000 Euro. Geld, auf das CDU und OWG im Zweifelsfall lieber verzichten, denn der Erhalt von in Summe bis zu 8 öffentlichen Parkplätzen in den drei genannten Straßen hatte für sie höhere Priorität. SPD und Grüne sahen den Entfall von einigen Parkplätzen verschmerzbar, wenn man bedenkt, welche Lebensqualität bzgl. Hitzeschutz und Hochwasserprävention diese Neupflanzungen beinhaltet hätten. Wir konnten uns leider nicht durchsetzen.

Erfreulicher war für uns die fraktionsübergreifende Zustimmung zur Anbindung an das Hamburger „StadtRad“ Konzept. Oststeinbek und Havighorst bekommen nun im ersten Schritt drei Fahrrad-Leih-Stationen auf dem Gemeindegebiet. Zudem wurden im Ausschuss mehrheitlich ein Fortbildungsworkshop zur Kommunalen Wärmeplanung und die Verstetigung der Stelle des Klimaschutzmanagements beschlossen. Gerade im letzten Punkt freuen wir uns, dass hier ein Umdenken stattgefunden hat. In der Vergangenheit war die Stelle und ihre Aufgaben von Kolleg:innen in der Gemeindevertretung noch als „nice to have“ bezeichnet und eine Verstetigung abgelehnt worden.
– von Stefan Weinzierl, Vorsitzender des Umweltausschusses

Testlauf für digitale Gremiensitzung

Ende August hat der Kultur‑, Sozial‑ und Jugendausschuss ein Pilotprojekt gestartet, das die kommunale Arbeit in Oststeinbek nachhaltig verändern kann: Hybride Sitzungen sollen künftig ermöglichen, dass Bürgerinnen und Bürger von zuhause aus per PC oder Laptop an öffentlichen Sitzungen teilnehmen.

Warum hybride Sitzungen?
Die Idee entstand während der Corona‑Pandemie. Damals konnten öffentliche Sitzungen nur unter strengen Auflagen stattfinden, teilweise mit begrenzter Besucherzahl oder räumlichen Einschränkungen. Diese Situation hat deutlich gemacht, wie wichtig es ist, kommunale Entscheidungsprozesse robust, flexibel und digital zugänglich zu gestalten.
Hybride Sitzungen sind eine Antwort auf diese Erfahrung. Sie schaffen einen niedrigschwelligen Zugang zu kommunaler Politik – unabhängig davon, ob jemand mobil ist, familiäre Verpflichtungen hat oder schlicht keine Möglichkeit, abends persönlich im Rathaus zu erscheinen.

Mehr Teilhabe für alle
Mit der digitalen Zuschaltung können Interessierte künftig live verfolgen, wie Entscheidungen entstehen, welche Argumente ausgetauscht werden und welche Themen die Gemeinde bewegen. Das stärkt Transparenz und Vertrauen.
Besonders profitieren Menschen, die sich gerne engagieren würden, aber durch kleine Kinder, Pflegeaufgaben, Schichtarbeit oder andere Verpflichtungen bisher nicht teilnehmen konnten. Für sie eröffnet die digitale Teilnahme neue Wege zu kommunalem Engagement – ohne organisatorische Hürden.
Der erste Testlauf war unspektakulär. Die eigentliche Arbeit läuft im Hintergrund.
Derzeit wird das System technisch vorbereitet und getestet. Dazu gehören:

– Videokonferenztechnik – stabile Übertragung, gute Tonqualität, klare Bildführung
– Datenschutz und Sicherheit – rechtssichere Umsetzung für öffentliche Sitzungen
– Raumtechnik – Mikrofone, Kameras, Steuerungssysteme
– Testbetrieb – interne Probeläufe, bevor die Öffentlichkeit zugeschaltet wird

Bis das System vollständig einsatzbereit ist, werden noch einige Monate vergehen. Die Gemeinde arbeitet jedoch intensiv daran, eine verlässliche und benutzerfreundliche Lösung bereitzustellen.

Ausblick: Ein moderner Baustein für offene Kommunalpolitik
Hybride Sitzungen sind mehr als ein technisches Projekt. Sie sind ein Baustein für eine offene, zeitgemäße und bürgernahe Kommunalpolitik, die Menschen dort abholt, wo sie sind – im Alltag, zuhause, unterwegs.
Wir freuen uns darauf, dieses Angebot bald bereitzustellen und hoffen auf eine rege Nutzung durch alle, die sich informieren oder aktiv einbringen möchten.
– von Petra Grüner, Fraktionsvorsitzende

Hitzeschutz wird Programm

Rekordtemperaturen und immer häufigere Hitzeperioden belasten Menschen europaweit – allein in Deutschland starben im vergangenen Sommer über 16.000 meist ältere oder vorerkrankte Personen an den Folgen. Viele Kommunen reagieren bereits und entwickeln gezielte Hitzeschutzmaßnahmen.
Auch Oststeinbek hat den Handlungsbedarf erkannt, besonders in der stark versiegelten Ortsmitte. Die Gemeindevertretung hat ein Konzept zur Steigerung der Attraktivität des Marktplatzes beschlossen, das derzeit erarbeitet wird. Es soll die Aufenthaltsqualität erhöhen und Gewerbe stärken. Die Grünen haben dieses Konzept erfolgreich um ein eigenes Kapitel zum Hitzeschutz erweitert: Der Bauausschuss hat den Antrag Ende August einstimmig angenommen.
Ziel ist, die Ortsmitte so zu gestalten, dass sie auch bei hohen Temperaturen ein angenehmer Aufenthaltsort bleibt. Dafür werden nun Maßnahmen geprüft, die sich in vielen Städten bereits bewährt haben:

  • Mehr klimaresiliente Bäume für Schatten und kühlere Umgebungstemperaturen.
  • Entsiegelung zur Reduzierung von Hitzeinseln und besseren Versickerung.
  • Trinkwasserbrunnen für die Versorgung an heißen Tagen.
  • Berieselungsanlagen oder feine Wassersprühnebel zur spürbaren Abkühlung.
  • Architektonische Anpassungen wie helle Beläge, begrünte Dächer und Verschattungselemente.
  • Wassersensible Gestaltung mit versickerungsfähigen Belägen und offenen Wasserstrukturen zur Verbesserung des Mikroklimas.
    – von Jan Schwartz, Mitglied im Bauausschuss

Das Markt Fest – ein großer Erfolg

Die Kinder hatten beim Marktfest auf der Festwiese in Havighorst viel Spaß bei unserem traditionellen Entenangeln und sammelten Punkte für das beliebte „Königskinderspiel“. Es bildeten sich lange Schlangen an unserem Stand. Das freut uns sehr. Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei.

Vorsorge für den Fall der Fälle

Wie verhalte ich mich bei einem langanhaltenden Stromausfall? Welche Vorräte gehören in jeden Haushalt? Und wie bleibt die Gemeinde im Krisenfall handlungsfähig? Diese und viele weitere Fragen standen am 8. September 2026 im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung im Bürgersaal. Rund zwei Stunden lang informierten Gemeinde, Kreis und Rettungskräfte die Bürgerinnen und Bürger praxisnah über den Zivil- und Katastrophenschutz.
Bürgermeister Jürgen Hettwer eröffnete den Abend vor rund 200 Gästen und betonte, wie wichtig das Zusammenspiel aus behördlicher Absicherung und privater Eigenvorsorge ist. Katastrophenschutz sei eine Gemeinschaftsaufgabe, die jeden Einzelnen betreffe.

Einblicke in die Krisenstrukturen
Lars Frank vom Fachdienst Gefahrenabwehr des Kreises Stormarn erläuterte zunächst die übergeordneten Strukturen. Er zeigte auf, wie die Rädchen im Ernstfall zwischen Kreis, Gemeinde und den Rettungskräften ineinandergreifen, um die Sicherheit der Bevölkerung zu garantieren.
Direkt im Anschluss lenkte das örtliche Ordnungsamt den Blick auf die Aufgaben vor Ort. Mit konkreten Beispielen wurde demonstriert, wie einfach und effektiv jeder Haushalt einen Notvorrat an Lebensmitteln, Wasser und wichtigen Medikamenten anlegen kann.

Technik zum Anfassen und krisensichere Kommunikation
Ein besonderes Highlight wartete vor und im Bürgersaal auf die Besucher:
• Stromversorgung im Notfall: Die Freiwillige Feuerwehr präsentierte das mobile Notstromaggregat und erklärte, wie wichtige Infrastrukturen in Oststeinbek bei einem Blackout weiterbetrieben werden.
• Kommunikation ohne Netz: Wie wichtig der Amateurfunk wird, wenn Handynetze und Internet ausfallen, demonstrierten Funkexperten. Sie zeigten krisensichere Wege auf, wie Notrufe und wichtige Informationen auch ohne moderne Netzinfrastruktur übermittelt werden können.

Positives Fazit
Die Veranstaltung stieß auf große Resonanz und zeigte, dass das Thema Bevölkerungsschutz den Nerv der Zeit trifft. Viele Bürger nutzten die Gelegenheit, um im Anschluss persönliche Fragen an die Fachleute zu richten und Informationsmaterial mit nach Hause zu nehmen. Das Fazit des Abends: Oststeinbek ist gut vorbereitet – doch die persönliche Vorsorge bleibt der wichtigste erste Schritt.
– von Petra Grüner