Budni bleibt – Einigung auf Mietvertrag bis 2030

* Poker um Drogeriemarkt entschieden – Oststeinbek gewinnt!

* Unterschriftensammlung zeigt Wirkung

* Vermieter bestätigt Einigung mit Budni

  Das Aus von Budnikowsky in Oststeinbek schien bereits beschlossene Sache: Die Kündigung zum 1. April 2027 war ausgesprochen, die Neuvermietung des Ladenlokals an der Möllner Landstraße bereits öffentlich ausgeschrieben. Nach monatelangen Verhandlungen kommt nun die gute Nachricht: Budni bleibt!

Die Geschäftsführung der Drogeriemarktkette einigte sich mit dem Immobilienunternehmer Horst Gibbesch aus Bargteheide auf einen langfristigen Mietvertrag. Der Vertrag hat eine Laufzeit bis Anfang 2030. Damit endet die Unsicherheit über die Zukunft der von vielen Oststeinbeker:innen geschätzten Einkaufsmöglichkeit in der Ortsmitte.

„Wir haben eine Einigung unterschrieben“, sagte Vermieter Horst Gibbesch am Dienstagabend auf Anfrage. Nun liege es an der Bevölkerung, ob Budni wirtschaftlich arbeiten könne, betonte er. Die vereinbarte Miete liege unter dem Niveau, das bei der Ansiedlung von Budni in Oststeinbek im Jahr 2009 vereinbart worden sei. Damit sei dem Drogeriemarkt in erheblichem Maße entgegengekommen worden.

Breite Unterstützung aus der Bevölkerung – Mehr als 2300 Unterschriften

Im April hatten die Oststeinbeker Grünen gemeinsam mit Unterstützern eine Unterschriftenaktion gestartet, um Budni in Oststeinbek zu halten. Parallel zu einer im Internet gestarteten Online-Petition sprachen sich 2.357 Bürgerinnen und Bürger (Stand Ende September) für den Erhalt des Standorts aus – rund ein Viertel der Oststeinbeker Bevölkerung. Eine derart große Unterstützung erreichen Initiativen dieser Art üblicherweise nicht.

Mit ihrer Unterschrift verpflichteten sich die Oststeinbeker:innen zugleich, lokal einzukaufen und damit die Ortsmitte zu stärken: „Ich kaufe – wann immer möglich – bewusst vor Ort ein und unterstütze damit den lokalen Einzelhandel“, heißt es im Text der Unterschriftenliste. Und weiter: „So trage ich aktiv zur Attraktivität unseres Ortskerns bei.“

Verhandlungen mit Hürden

Budni hatte bereits zu Beginn der Verhandlungen erklärt, man befinde sich in konstruktiven Gesprächen mit dem Vermieter. Gibbesch erwiderte damals, er habe den Standort bereits aktiv am Markt platziert und eine Vielzahl von Einzelhandelsunternehmen sowie branchenübergreifenden Konzeptanbietern aus unterschiedlichen Segmenten kontaktiert. Bis auf einen Fitnessanbieter gab es aber offenbar keine erfolgversprechenden Interessenten.

Budni stand in Oststeinbek schon einmal auf der Kippe. 2019 drohte dem Standort im City Center bereits das Aus. Dies konnte dank des Einsatzes von Bürgerinnen und Bürgern und einer Demo abgewendet werden.

Mit der großen Unterschriftenaktion der Grünen ist dies nun ein weiteres Mal gelungen. „Nun ist Budni hoffentlich für längere Zeit gesichert“, sagt Initiator Jan Schwartz.

Herausforderungen für Budni – und Chancen für Oststeinbek

Der Drogeriemarkt kämpft seit Jahren damit, dass der Umsatz an der Möllner Landstraße stagniert. Gleichzeitig steigen die Kosten für Personal und Energie. Viel wird daher davon abhängen, dass sich Budni nicht nur auf seine Stammkundschaft verlassen kann, sondern neue Käufer gewinnt. Dazu muss der Trend abgewendet werden, dass immer Menschen im Internet einkaufen und sich die Ware nach Hause liefern lassen. Dafür ist es wichtig, dass die Ortsmitte attraktiv ist und Menschen anzieht, die dort gerne einkaufen. Die Gemeinde hat dies erkannt und jüngst ein Projekt mit Bürgerbeteiligung gestartet, um den Ortskern ansprechender zu gestalten. Am Ende führt dies hoffentlich auch dazu, dass sich wieder mehr Gewerbetreibende in Oststeinbek ansiedeln.