- Eine Bewährungsprobe für die Kommunalpolitik (unser Beitrag in der November-Ausgabe von „Oststeinbek Aktuell“)
Die erfolgreiche Aktion für den Erhalt der Budni-Filiale im City Center hat gezeigt, was wir in Oststeinbek gemeinsam erreichen können. Durch die seit Beginn der Verhandlungen anschwellende Zahl an Unterschriften haben dem Vermieter Horst Gibbesch und der Drogeriemarktkette gezeigt, wie groß die Unterstützung ist – am Ende waren wir 2.357. Das ist großartig!
Doch damit geben wir uns nicht zufrieden. Jetzt kommt es darauf an, dass wir vor Ort einkaufen und dadurch die Ortsmitte stärken. Sonst steht Budni in vier Jahren wieder auf der Kippe.
Budni allein ist aber nicht die Lösung. Im Ortskern müssen sich mehr Geschäfte ansiedeln. Die Kaufpassage darf nicht länger eine Waschbetonwüste mit leerstehenden Ladenlokalen sein.
Wie erreichen wir das? Der Eigentümer der Passage scheint kein Interesse an einer attraktiven Umgebung zu haben, obwohl er davon profitieren würde. Deshalb müssen wir ihn einbinden. Aussichtslos, meint ihr? Versuch macht klug, sagen wir.
Aussichtsreicher ist zunächst, wenn die Pläne zur Steigerung der Attraktivität des Marktplatzes umgesetzt werden. Dann würden sich mehr Menschen dort aufhalten. Geschäftsleute könnten Oststeinbek nicht mehr nur als Durchgangsort wahrnehmen, sondern erkennen, dass sich hier etwas tut.
Das allein wird nicht helfen. Nötig ist, dass die Kaufkraft steigt, dass Menschen ihr Geld in unserem Ort ausgeben. Das erreichen wir, wenn mehr Menschen in unsere Gemeinde ziehen. Dafür sind bezahlbare Wohnungen nötig. Mehr Einwohner bedeuten mehr Kaufkraft, mehr Kaufkraft stärkt den Einzelhandel.
Eine große Chance liegt im Gebiet nördlich des Breedenwegs. Obwohl dort Baurecht besteht, sind die Aussichten auf Wohnungsbau zuletzt wieder gesunken. Für uns zählt nicht, wer das Gelände entwickelt, sondern dass gebaut wird. Einzelinteressen sollten hinter dem Gemeinwohl zurücktreten.
Die Sorge, Oststeinbek würde damit nur Hamburgs Probleme lösen und „Fremde“ anziehen, ist nicht zeitgemäß. Heute braucht es den Blick über den Tellerrand.
Neue Einwohner stärken unseren Ort. Sie sorgen dafür, dass sich Gewerbetreibende, Handwerker, Einzelhandel und Dienstleister ansiedeln. Das wiederum trägt dazu bei, dass Oststeinbek aus dem „Dornröschenschlaf“ aufwacht. Dazu würden wir gerne beitragen, mit eurer Unterstützung.
Nehmt an den Ausschusssitzungen teil, mischt euch ein. Fordert mehr öffentliche Veranstaltungen. Nur wenn ihr euch beteiligt, kann die Demokratie überleben. Insofern ist der Erhalt der Budni-Filiale auch eine Bewährungsprobe für die kommunale Politik. Wir können dabei am Ende nur gewinnen. Denn wenn die Maßnahmen greifen, nimmt die Zufriedenheit zu. Umgekehrt bieten wir Nährboden für Extremisten, die die Unzufriedenheit für sich nutzen. Oststeinbek hätte dann das Nachsehen.
– von Jan Schwartz