GRÜN WIRKT

Wichtige Schritte zu mehr Klimaschutz im Umweltausschuss beschlossen.

„Was lange währt, wird endlich gut!“ Diese Lebensweisheit hat sich im 19. Jahrhundert als Redewendung im allgemeinen Sprachgebrauch etabliert und drückt aus, dass sich Geduld, Ausdauer und harte Arbeit am Ende auszahlen und trotz Verzögerung zu einem positiven Ergebnis führen. Genau diese Attribute mussten wir Grüne mitbringen, um ein Kernanliegen unserer kommunalpolitischen Arbeit in Oststeinbek und Havighorst umzusetzen oder vielmehr im ersten Schritt anzustoßen.
Gehen wir zurück zum Umweltausschuss am 22. Februar 2024. Zum damaligen Zeitpunkt hatte die Gemeinde Oststeinbek lediglich eine einzige PV-Anlage (auf dem Rathausdach) geplant und eine Wärmepumpe installiert. Alle anderen kommunalen Gebäude bezogen ihren Strom und ihre Wärme aus dem Netz. Wir fanden damals wie heute, dass die öffentliche Hand eine Vorbildfunktion beim Klimaschutz und der Energiewende haben muss. Daher hatten wir den Antrag gestellt, dass alle kommunalen Liegenschaften ob ihrer Eignung auf PV geprüft werden sollen, damit entschieden werden kann, welche Dächer Photovoltaik bekommen können – ob von der Gemeinde selbst finanziert oder als Genossenschaftslösung im Pachtvertrag spielte für uns dabei eine untergeordnete Rolle. Die damalige Diskussion verlief kontrovers, es gab Widerstand aus anderen Fraktionen – nachzulesen in Oststeinbek Aktuell, Ausgabe März 2024. Wir ließen nicht locker, schoben das Thema immer wieder an, setzten uns als einzige Fraktion für eine Entfristung der Stelle eines Energiemanagers ein – eine Voraussetzung dafür, dass unsere kommunalen Dachflächen überhaupt mit Expertise untersucht werden konnten.
Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Kita Meessen und der Friedhofskapelle beschlossen
Mittlerweile gibt es politisch eine breite Mehrheit für unser Anliegen und so wurde im Umweltausschuss am 04. Juni 2026 eine große Photovoltaikanlage auf dem Dach der Kita Meessen (übrigens unser Vorschlag, genau damit zu beginnen) und auf dem Dach der Friedhofskapelle beschlossen. Der erste Schritt zu mehr erneuerbaren, kommunal erzeugtem Strom ist damit gemacht.
Heizungstausch im Musischen Forum vertagt. Perspektivisch soll eine Wärmepumpe installiert werden
Im gleichen Atemzug nehmen wir erfreut zur Kenntnis, dass sich auch die Diskussionen über die Heizungsform unserer kommunalen Gebäude geändert haben. Als Beispiel sei der Heizungstausch im Musischen Forum genannt. Stand in der ersten Beschlussvorlage der Verwaltung vom 18. September 2025 noch die klare Empfehlung, den alten Gaskessel durch eine neue Brennwerttherme zu ersetzen, da eine Wärmepumpe nicht wirtschaftlich sei, konnten wir erreichen, dass noch einmal genau nachgerechnet wird. Siehe da: Eine Wärmepumpe hätte lediglich eine um ein Jahr längere Amortisation als ein neuer Gaskessel. Zwar reichten die Stimmen von SPD und Grüne im Umweltausschuss noch nicht für den sofortigen Austausch des Kessels (es wurde zunächst die Reparatur der alten Gastherme beschlossen), jedoch artikulierte auch die OWG ihren Willen, den Kessel, sollte er alsbald nicht mehr reparaturfähig sein, gegen eine Wärmepumpe auszutauschen. Wir Grüne haben uns zusammen mit der SPD dafür stark gemacht, schon jetzt auf eine klimafreundliche Lösung zu setzen, um von fossilen Brennstoffen aus Krisengebieten unabhängig zu werden. Die geopolitische Lage sollte eigentlich Mahnung genug sein.
Kommunale Wärmeplanung wird fortgeführt. AG Mobilität unterstützt unsere Klimamanagerin
Und auch in Sachen klimafreundliche Mobilität gab es Erfreuliches im Ausschuss. Unsere Klimaschutzmanagerin hat hervorragende Vorarbeit geleistet und sinnvolle und unterstützenswerte Konzepte im Bereich Kommunale Wärmeplanung (Erstellung eine Integrativen Konzepts für das Quartier nördlich der Möllner Landstraße) sowie ein Radverkehrskonzept für das Gewerbegebiet vorgelegt. Die SPD hat letzteren Antrag um die Einbeziehung der AG Mobilität, in der wir uns ebenfalls sehr stark engagieren, erweitert. Wir sehen auch diese Initiativen als guten, ersten Schritt. Aber, „was lange währt, wird endlich gut!“ Wir bleibend dran!

Stefan Weinzierl (Vors. des Umweltausschusses)