Anfang Mai 1945 endete in Oststeinbek mit dem Einzug britischer Truppen die NS-Diktatur.
Manchmal lohnt ein Blick über den eigenen Tellerrand …
Am 08. Mai 2026 standen unsere lKolleg:innen vom Kreisverband Bergedorf mit kleinen Faltflyern in der Bergedorfer Fußgängerzone. Auf der Titelseite war eine rote Rose zu sehen und darüber der Schriftzug: „Wir wünschen einen guten 8. Mai“. In Deutschland wünscht man sich im Allgemein einen guten 1. Mai. Man gratuliert zum Muttertag, feiert wahlweise Vatertag oder Himmelfahrt. Warum nun der 8. Mai?
„Der 8. Mai 1945 markiert für Europa das Ende des Zweiten Weltkrieges. Mit dem Sieg der Alliierten und der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands wurden Millionen Menschen von der menschenverachtenden NS-Terrorherrschaft befreit, die für die systematische millionenfache Ermordung von Menschen in Europa verantwortlich war. Mit diesem Datum verbinden wir heute das Gedenken an die Befreienden und die Befreiten: die KZ-Häftlinge, Zwangsarbeitenden, Kriegsgefangenen, Verfolgten und Unterdrückten des Regimes“, lautete der Text des Bergedorfer Flyers.
Wir finden die Initiative sehr inspirierend. Eine wachsame Erinnerungskultur ist heute wichtiger denn je und wir Grüne wollen diese auch in Oststeinbek und Havighorst stärker fördern. Ein erster Aufschlag soll dieser Artikel sein, denn „Nie wieder“ ist jetzt! Aus der Erinnerung an unsere Vergangenheit muss der Mut entstehen, sich aktiv gegen Diskriminierungen zu stellen, einer immer aggressiver werdenden Rhetorik zu widersprechen. Das fängt im Kleinen an: bei der Wortwahl im Diskurs mit Andersdenkenden. Im Umgang mit Konflikten. Beim Aushalten von Widersprüchen.
Vielleicht kann ein kurzes Innehalten am 8. Mai dahingehend ein erster kleiner Schritt sein.
Angesichts der Erfahrung aus unserer Geschichte erinnern wir an das Grundgesetz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ (Art. 1).