(Fortsetzung aus „Oststeinbek Aktuell“ Juli/August)
Wir halten vier Tore für die neue Feuerwehr in Havighorst weiterhin für angemessen. Die Aufgaben im Zivil- und Katastrophenschutz nehmen zu – wegen der Klimaveränderungen ebenso wie aufgrund der veränderten Sicherheitslage in Europa. Havighorst kommt deshalb auch als Standort für eines der im Kreis geplanten Großtanklöschfahrzeuge in Betracht.
Am Standort Havighorst wollen wir festhalten, auch wenn die baulichen Bedingungen dort – etwa durch den hohen Grundwasserstand – anspruchsvoll sind. Unsere Feuerwehren müssen sich darauf verlassen können, dass ihre gewachsenen Strukturen respektiert werden. Sie sind entscheidend dafür, neue Kameradinnen und Kameraden zu gewinnen und kurze Einsatzzeiten sicherzustellen – ein zentraler Faktor für die Sicherheit der Bevölkerung.
LASST UNS DIE BODENHAFTUNG NICHT VERLIEREN
Die in Teilen der Politik bisweilen diskutierte Zusammenlegung der Wachen in Oststeinbek und Havighorst hätte zwar den Vorteil, dass wir nicht zwei Gebäude innerhalb weniger Jahre erneuern müssten. Die Verwaltung weist aber darauf hin, dass dies das Risiko birgt, dass Feuerwehrleute ihre vertraute Wehr verlassen. Hier stehen also gewachsene Strukturen und Einsatzbereitschaft auf der einen und ökonomische Überlegungen auf der anderen Seite. Eine Entscheidung darüber würde viel Zeit kosten – Zeit, die wir nicht haben.
Darum bleibt aus unserer Sicht nur, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen – oder den Bau von Grund auf neu zu planen. Eine Feuerwache kann in Teilen mit Elementen des Gewerbebaus (Stahlhalle, Betonfertigteile, Sandwichpaneele) realisiert werden, solange alle Vorgaben für Planung und Bau von Feuerwehrhäusern (DIN 14092) und die Anforderungen der Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) eingehalten werden.
Da Feuerwachen als Sonderbauten gelten, eignet sich eine solche Bauweise vor allem für die Fahrzeughalle und technische Bereiche, weniger für Sozial‑ und Verwaltungsräume.
Oststeinbek verfügt zwar aufgrund hoher Gewerbesteuernachzahlungen über eine hohe Liquidität. Doch „im Geld schwimmen“ wir nicht: Ein erheblicher Teil fließt über die Kreisumlage und den kommunalen Finanzausgleich wieder ab. Auch deshalb ist es wichtig, bei den anstehenden Projekten den finanziellen Weitblick zu wahren. Die Konjunktur schwächelt, eine Rezession ist nicht ausgeschlossen. Rücklagen sind daher notwendig – gerade, weil wir als Gemeinde Verantwortung für eine verlässliche Infrastruktur und für unsere Ehrenamtlichen tragen.
Wir sprechen uns für eine Arbeitsgruppe des Bauausschusses aus, die die Pläne für die neue Wache gemeinsam mit dem Architekten überarbeitet. Sollte dieser keine Spielräume für deutliche Einsparungen sehen, muss neu geplant werden – notfalls mit einem anderen Architekten.
– von Jan Schwartz