Auf unseren Antrag hin hat der Bauausschuss grünes Licht für Lärmmessungen an der Möllner Landstraße gegeben. Damit kann die Gemeinde den Kreis nun beauftragen, Messungen im Bereich zwischen Barsbütteler Weg und der Landesgrenze vorzunehmen.
Ergänzend sollen auf Wunsch des Ausschusses Messungen im Abschnitt zwischen Kampstraße und der Kreuzung Stormarnstraße erfolgen. Je nachdem, wie die Ergebnissen ausfallen, könnte Tempo 30 eingeführt werden, um die Wohnbevölkerung zu schützen. Das ist ein Anliegen, das von vielen Bürgerinnen und Bürgern in Oststeinbek unterstützt wird.
Wir gehen davon aus, dass das Teilstück zwischen Barsbütteler Weg und der Landesgrenze durch den Verkehr besonders stark belastet ist, da dort wegen der dichten Bebauung viele Menschen wohnen. An den Ampeln vor dem Rathaus und dem Hamburger Kamp wird oft abgebremst und angefahren – das erhöht den Lärm. Zwischen Kampstraße und Stormarnstraße kommen bergab bei höheren Geschwindigkeiten Abrollgeräusche der Reifen hinzu.
Tempo 30 führt nicht zu mehr Staus
Untersuchungen zeigen: Tempo 30 auf stark befahrenen Straßen führt nicht zu mehr Staus, sondern verstetigt den Verkehr und verringert Staubildungen durch Abbremsmanöver an Einmündungen oder Parkplätzen. Zeitverluste sind gering. Zudem senkt Tempo 30 die Lärmbelastung um etwa drei Dezibel (dB/A) – das ist die Einheit, in der Lärm gemessen wird. Das bringt eine spürbare Entlastung für Anwohner und Anwohnerinnen. Laut Experten müssen Verkehrsunternehmen wie vhh mobility ihre Fahrpläne nicht anpassen, da Busse dort durchschnittlich ohnehin nur 30 km/h fahren.
Ein Kreisverkehr an der Kreuzung MöLa/Stormarnstraße – das ist eine aktuell wieder diskutierte Idee der OWG – könnte den Verkehrsfluss in unserer Gemeinde verbessern. Allerdings ist umstritten, ob eine solche Anlage auch bei hohem Verkehrsaufkommen funktionieren würde. Dazu wäre die Meinung der Kreisverwaltung einzuholen.
Langfristig müssen sich Land und Kreis überlegen, wie die Möllner Landstraße vom Verkehr entlastet werden kann. Für Oststeinbek ist die jetzige Situation unter Aspekten des Klimaschutzes und der Gemeindeplanung nur schwer zu ertragen. Auch der Einzelhandel und die Gastronomie leiden darunter. Wir würden die Ortsmitte gerne zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern anders gestalten. Das ist ein Zukunftsprojekt.
Antrag für Arbeitsgruppe „altes Schulgelände“ durchgefallen
Derweil wird weiter über das alte Schulgelände diskutiert. Der Bauausschuss lehnte einen von uns unterstützten Antrag der SPD zur Gründung einer Arbeitsgruppe ab, in der über Vorschläge für eine Nachnutzung beraten werden sollte. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Thema wieder auf den Tisch kommt. Wir arbeiten weiter an unserem Genossenschaftsmodell für das 14.000 Quadratmeter große Areal an der Gerberstraße. Unsere Gespräche mit Bauexperten verlaufen konstruktiv.
- von Jan Schwartz